1936

Im Jahre 1936 gelang es einflussreichen Bürgern, den Bürger-Schützen-Verein Kapellen/Erft unter seinem heutigen Namen ins Leben zu rufen. In der Chronik von Heinz Rösgen heißt es dazu:

„Der Versuche waren viele, doch erst im Jahr 1936 gelang es einflussreichen Bürgern, den (Schützen)-Verein unter dem jetzigen Namen ins Leben zu rufen.“

Weiter wird berichtet, dass sich in den unterschiedlichsten Lokalen jüngere und ältere Mitbegründer trafen, Züge gegründet, Korps ins Leben gerufen und Fahnen beschafft wurden.


1937

Aus dem Jahr des ersten Schützenfestes 1937 stammt auch das älteste erhaltene Dokument des Grenadierkorps: die Abrechnung des Stiftungsfestes vom 22. August 1937 in der Gaststätte Peter Broich.

Bei diesem ersten Grenadierfest wurde ein Gewinn von 191,15 Reichsmark erzielt – eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass ein Facharbeiter damals lediglich 24,94 Reichsmark Wochenlohn erhielt. Die Musik („Alt Kapellen“) kostete 45 Reichsmark, zuzüglich 10,40 Reichsmark „Bier für Musik“. Die Rechnung des Wirtes weist 52 Bier à 0,20 Reichsmark aus.

Für die Genehmigung der öffentlichen Lustbarkeit wurde eine Lustbarkeitssteuer in Höhe von 15 % des Eintrittsgeldes (12,96 Reichsmark) erhoben. Die Verwaltungsgebühr betrug 5 Reichsmark. Auffällig ist, dass die Genehmigung erst am 21. August 1937 – also einen Tag vor dem Fest – erteilt wurde.


1940–1949

Von 1940 bis 1949 fanden weder Schützenfeste noch ein geregeltes Schützenleben statt. Schwere Jahre lagen über dem Land, und auch das Regiment hatte zahlreiche Verluste zu beklagen.

Eine handschriftliche Notiz aus dieser Zeit lässt das Leid erahnen. Stellvertretend sei hier vermerkt: „Hermanns, Wienand, gefallen in Neuss b. d. Arbeit Harvester.“

Erst im Jahr 1949 regte sich wieder neues Leben im Korps. Ein erhaltenes Angebot vom 5. August 1949 der Firma Karl Hintzen aus Korschenbroich belegt die Anschaffung neuer Uniformteile. Weiße Hosen kosteten damals 2,– Deutsche Mark.


1950

Beim ersten Nachkriegsschützenfest 1950, das unter Auflagen der Militärregierung stattfand, waren die Grenadiere wieder nahezu vollständig vertreten. Die Verbundenheit zum heimatlichen Schützenfest hatte die Kriegsjahre überdauert.

In den folgenden Jahren nahm das Schützenwesen wieder einen stetigen Aufschwung.


1951

Im Jahr 1951 stellte das Grenadierkorps mit Theo I. erneut eine Majestät aus den eigenen Reihen.


1953

1953 konnte der Major bekanntgeben, dass eine neue Fahne in Auftrag gegeben worden war. Mit der Aussicht auf eine neue Grenadierfahne wuchs das Selbstbewusstsein des Korps.

Hauptmann Kautz machte deutlich, dass die Grenadiere beim Schützenfest denselben Anspruch auf Musikkapelle und Tambourkorps hätten wie das Jägerkorps. Ex-Majestät Theo I. vertrat sogar die Ansicht, neu gegründete Züge sollten grundsätzlich dem Grenadierkorps zugeordnet werden.

Beim Schützenfest 1953 wurde erstmals die neue Grenadierfahne gemeinsam mit der Regimentsfahne vor dem Korps mitgeführt.


1954/55

Im Jahr 1954 errang mit Johann Daners von der Grenadier-Fahnenkompanie ein Kamerad aus den eigenen Reihen die Königswürde. Er regierte 1954/55 als S. M. Johann II.


1955

1955 wurde erstmals das Familienfest des Grenadierkorps im Saale Deuß gefeiert. Die gesamte Prominenz des Bürger-Schützen-Vereins mit Präsident Hubert Winzen an der Spitze war erschienen. Die Veranstaltung dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

Beim Schützenfest im Sommer 1955 trat das Korps erstmals nach dem Krieg wieder mit einem neuen Zug auf: dem Grenadierzug „Bruderstolz“ unter Führung von Andreas Steins.

Beim Frühschoppen wurden die Grenadierzüge „Gemütlichkeit“ und die Fahnenkompanie für ihre Großfackeln ausgezeichnet. Als Gäste von Majestät Johann II. marschierte zudem eine starke Abteilung des Schützen-Vereins Düsseldorf-Wersten mit.